Wie man ein Growth Mindset im Team-Alltag kultiviert
Die Theorie zu kennen ist der erste Schritt, aber wie bringt man ein ganzes Team dazu, sein Mindset zu ändern? Es beginnt bei der Führung und der Art und Weise, wie wir über Erfolg und Misserfolg sprechen.
Die Art des Lobens verändern
Einer der wichtigsten Hebel ist das Lob. Carol Dweck fand heraus, dass Lob für „Intelligenz“ („Du bist so schlau!“) das Fixed Mindset fördert, da es Druck aufbaut, diesen Status zu halten. Werden Menschen jedoch für den Prozess, die Strategie oder die Anstrengung gelobt („Ich sehe, wie viel Arbeit du in diese Analyse gesteckt hast“), entwickeln sie ein Growth Mindset. Sie lernen, dass ihr Einsatz der Schlüssel zum Ergebnis ist.
Fehler als Datenpunkte behandeln
In Meetings sollte aktiv über „Learning Moments“ gesprochen werden. Was hat nicht funktioniert? Warum? Was machen wir nächstes Mal anders? Wenn Führungskräfte offen über ihre eigenen Fehler und Lernprozesse sprechen, nehmen sie dem Scheitern den Schrecken. Es entsteht ein Raum, in dem Innovation durch Experimentieren möglich wird.
Feedback-Kultur neu denken
Feedback sollte nicht als Bewertung der Person, sondern als Unterstützung für das Wachstum gesehen werden. Konstruktives Feedback ist im Growth Mindset das wertvollste Geschenk, weil es den Weg zur Verbesserung aufzeigt. Coaches und L&D-Experten können hier unterstützen, indem sie Frameworks für „Wachstums-Feedback“ etablieren, die sich auf zukünftige Lernschritte konzentrieren.
Fazit
Die Forschung von Carol Dweck zeigt uns, dass unsere tiefsten Überzeugungen über uns selbst bestimmen, wie wir unser Leben und unsere Karriere gestalten. Ein Unternehmen, das ein Growth Mindset kultiviert, baut nicht nur Fachwissen auf, sondern schafft eine Atmosphäre von Mut, Ausdauer und Innovationskraft. Es ist die psychologische Basis, auf der eine echte, nachhaltige Lernkultur wächst. Wer heute lernt, das „Noch nicht“ zu feiern, wird morgen die Herausforderungen der Zukunft meistern.
FAQ
Was ist der Kernunterschied zwischen Fixed und Growth Mindset?
Im Fixed Mindset glaubt man, Talente seien angeboren und unveränderlich. Im Growth Mindset sieht man Fähigkeiten als etwas an, das durch Übung, Ausdauer und Lernen entwickelt werden kann.
Kann man sein Mindset wirklich ändern?
Ja, das Gehirn ist neuroplastisch. Durch bewusste Reflexion, die Wahl der richtigen Sprache (das „Noch nicht“) und das Verlassen der Komfortzone können neue neuronale Bahnen gefestigt werden, die ein Wachstums-Mindset unterstützen.
Welche Rolle spielt die Führungskraft beim Growth Mindset?
Führungskräfte sind Vorbilder. Wenn sie Fehler zugeben, den Prozess statt des Talents loben und Lernzeit einräumen, signalisieren sie dem Team, dass Wachstum wichtiger ist als Perfektion.
Wie reagiert ein Growth Mindset auf Kritik?
Kritik wird als wertvolle Information wahrgenommen. Anstatt defensiv zu reagieren, fragt sich die Person: „Was kann ich aus diesem Feedback lernen, um nächstes Mal besser zu sein?“
Warum ist das Growth Mindset für Unternehmen so wichtig?
Es ist der Motor für Innovation und Anpassungsfähigkeit. Teams, die keine Angst vor Fehlern haben und ständig lernen wollen, sind in einem dynamischen Marktumfeld deutlich erfolgreicher.
Wie lobe ich meine Mitarbeiter richtig?
Lobe nicht die Eigenschaft („Du bist ein Naturtalent“), sondern den Prozess („Toll, wie du dich in das komplexe Thema eingearbeitet und verschiedene Ansätze probiert hast“). Das stärkt den Glauben an die eigene Selbstwirksamkeit.