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Die 'Tätigkeits-Landkarte': Das Skill-Gap-Modell zur Planung der Zukunft der Arbeit in Ihrem Unternehmen

LOTARO
February 5, 2026

Die digitale Transformation ist nicht nur ein technologisches, sondern vor allem ein menschliches Phänomen. Neue Technologien, agile Arbeitsweisen und sich ständig verändernde Märkte erfordern von den Mitarbeitern mehr als nur Fachwissen. Sie benötigen Future Skills, insbesondere im Bereich der Soft Skills, um die Herausforderungen von morgen meistern zu können. Für HR-Strategen, Personalentwickler und Geschäftsführer bedeutet dies eine strategische Neuausrichtung: Es reicht nicht mehr, nur aktuelle Job-Anforderungen zu erfüllen; vielmehr muss die Zukunft der Arbeit proaktiv gestaltet werden.

Hier kommt die sogenannte 'Tätigkeits-Landkarte' ins Spiel, eine Methode, die eng an das etablierte Skill-Gap-Modell angelehnt ist. Der Fokus liegt darauf, die Ist-Tätigkeiten (Was tun die Mitarbeiter heute?) mit den Soll-Tätigkeiten (Was müssen sie morgen tun?) abzugleichen. Die Differenz zwischen diesen beiden Zuständen bildet die Kompetenzlücke oder das Skill-Gap, das es strategisch zu schließen gilt.

Die Bedeutung der Skill-Gap-Analyse

Eine fundierte Skill-Gap-Analyse ist die Grundlage für jede zukunftsfähige Personalentwicklung. Sie liefert die notwendigen Daten, um Weiterbildungsbudgets effizient einzusetzen und sicherzustellen, dass die Mitarbeiter die richtigen Kompetenzen für die strategischen Ziele des Unternehmens entwickeln.

  • Proaktive Planung: Statt auf Veränderungen zu reagieren, können Unternehmen mit der 'Tätigkeits-Landkarte' vorausschauend handeln und frühzeitig die erforderlichen Skills aufbauen.
  • Gezielte Investition: Die Analyse hilft, den Fokus auf die wirklich kritischen Soft Skills zu legen, die in der digitalen Welt unentbehrlich sind (z. B. Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, kritisches Denken).
  • Mitarbeiterbindung: Indem individuelle Entwicklungswege aufgezeigt werden, steigt die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter, was die Fluktuation senkt.

Unternehmen, die ihre Skill-Gaps ignorieren, laufen Gefahr, von der Konkurrenz überholt zu werden. Ein Ungleichgewicht zwischen den vorhandenen und den benötigten Fähigkeiten führt zu Ineffizienz, Innovationsstau und letztendlich zu einer geminderten Wettbewerbsfähigkeit. Die 'Tätigkeits-Landkarte' ist Ihr Kompass, um diesen strategischen Fehler zu vermeiden.

Die 'Tätigkeits-Landkarte' verstehen: Ist vs. Soll

Die 'Tätigkeits-Landkarte' dient als Visualisierungsinstrument. Sie beginnt mit einer detaillierten Analyse der aktuellen Tätigkeitsstruktur (Ist-Zustand) und stellt dieser die zukünftig benötigte Struktur (Soll-Zustand) gegenüber.

Analyse des Ist-Zustands: Was tun Ihre Mitarbeiter heute?

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Es geht darum, nicht nur formale Job-Titel zu betrachten, sondern die tatsächlich ausgeführten Aufgaben und die dafür notwendigen Kompetenzen zu erfassen.

  • Quantitative Erfassung: Wie viel Zeit wird für welche Art von Aufgabe aufgewendet (z. B. Routineaufgaben, kreative Problemlösung, Kundeninteraktion)?
  • Qualitative Bewertung: Welche Hard- und Soft Skills sind für die aktuellen Schlüsselaufgaben notwendig?

Methoden wie Mitarbeiterbefragungen, Interviews mit Führungskräften und die Analyse von Arbeitsabläufen liefern hierfür wertvolle Daten. Wichtig ist, auch implizites Wissen und informelle Rollen zu identifizieren.

Definition des Soll-Zustands: Was müssen Ihre Mitarbeiter morgen tun?

Der Blick in die Zukunft erfordert eine enge Abstimmung mit der Unternehmensstrategie. Welche neuen Technologien werden eingeführt? Welche Märkte sollen erschlossen werden? Wie verändert die Digitalisierung die Kernprozesse?

  • Zukunftsszenarien: Definieren Sie die Rollen und Aufgaben, die in den nächsten drei bis fünf Jahren kritisch für den Unternehmenserfolg sind.
  • Future Skills-Fokus: Leiten Sie die dafür notwendigen Future Skills ab. Im digitalen Kontext sind Soft Skills wie agiles Denken, digitale Kommunikationsfähigkeit und Resilienz oft entscheidender als reine technische Skills.

Der Abgleich dieser beiden Landkarten – des Ist und des Soll – macht die Skill-Gap sichtbar. Es zeigt sich, welche Tätigkeiten automatisiert oder reduziert werden und welche neuen Schwerpunkte im Team gesetzt werden müssen.

Die Rolle der Soft Skills in der digitalen Transformation

Während Hard Skills (wie das Beherrschen einer bestimmten Software) vergleichsweise einfach durch Schulungen vermittelt werden können, sind Soft Skills die wahren Enabler der Digitalisierung. Sie bestimmen, wie effektiv Mitarbeiter mit Unsicherheit, Komplexität und Zusammenarbeit umgehen. Die 'Tätigkeits-Landkarte' muss daher einen besonderen Fokus auf diese Fähigkeiten legen.

Schlüssel-Soft-Skills für die Zukunft

Die Digitalisierung erfordert eine Veränderung in der Denk- und Arbeitsweise. Die folgenden Soft Skills sind dabei besonders wichtig:

Agiles und Kritisches Denken

  • Agiles Denken: Die Fähigkeit, schnell auf neue Informationen zu reagieren, Prioritäten anzupassen und in kurzen Zyklen zu arbeiten (z. B. nach Scrum oder Kanban).
  • Kritisches Denken: Die Fähigkeit, Informationen zu bewerten, Annahmen zu hinterfragen und logisch fundierte Entscheidungen zu treffen – unerlässlich im Umgang mit Datenflut und Komplexität.

Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeit

  • Digitale Kommunikation: Effektive und effiziente Kommunikation über digitale Kanäle (z.B. Slack, Teams, Videokonferenzen). Das umfasst sowohl Klarheit als auch Empathie in der schriftlichen Kommunikation.
  • Kollaboration: Die Bereitschaft und Fähigkeit, über Abteilungs- und Hierarchiegrenzen hinweg zusammenzuarbeiten, um komplexe Probleme zu lösen.

Resilienz und Lernbereitschaft

  • Resilienz: Die psychische Widerstandsfähigkeit, mit Rückschlägen und dem ständigen Wandel umzugehen.
  • Lernbereitschaft (Growth Mindset): Die Offenheit, sich kontinuierlich neue Skills anzueignen und das eigene Wissen auf dem neuesten Stand zu halten. Dies ist die Grundvoraussetzung für das Schließen jeder Skill-Gap.

Diese Soft Skills sind die Hebel, die es Ihrem Unternehmen ermöglichen, die technologischen Neuerungen wirklich zu adaptieren und in Wettbewerbsvorteile umzuwandeln.

Kommunikation ist der Schlüssel, um die neuen, komplexen Arbeitsabläufe in der digitalisierten Welt erfolgreich zu steuern.

Das Gap schließen: Von der Landkarte zum strategischen Training

Nachdem die Skill-Gap identifiziert und die kritischen Soft Skills im Fokus stehen, folgt der entscheidende Schritt: die Entwicklung und Implementierung gezielter Trainingsmaßnahmen.

Gezieltes Training und Entwicklung

Der Aufbau von Soft Skills erfordert andere Ansätze als die Vermittlung von Fachwissen. Es geht um Verhaltensänderung und die Schaffung einer neuen Unternehmenskultur.

Development-Programme

  • Mentoring und Coaching: Setzen Sie erfahrene Mitarbeiter oder externe Coaches ein, um Soft Skills wie Leadership, Empathie und Konfliktmanagement im direkten Austausch zu vermitteln und zu vertiefen.
  • Blended Learning: Kombinieren Sie digitale Lerninhalte (E-Learnings, Simulationen) mit interaktiven Workshops und Live-Sessions. Soft Skills lernt man am besten in der Anwendung und im Austausch.
  • Praxisorientierte Projekte: Nutzen Sie interne Projekte, um Mitarbeiter gezielt in neue Rollen zu bringen, in denen sie die benötigten Soft Skills anwenden und trainieren müssen (z. B. agile Projektteams).

HR als Enabler und Prozessbegleiter

Die HR-Abteilung wandelt sich von einer administrativen zu einer strategischen Funktion. Sie ist der Architekt der 'Tätigkeits-Landkarte' und der Motor des Lernprozesses.

  • Lernkultur etablieren: Fördern Sie ein Umfeld, in dem Fehler als Lernchance und kontinuierliche Weiterentwicklung als Teil des Arbeitsalltags gesehen wird. Lernen muss zur Gewohnheit werden.
  • Leistungsmanagement anpassen: Bewerten Sie Mitarbeiter nicht nur nach der Erledigung der alten Tätigkeiten, sondern auch nach dem Erwerb der neuen, zukunftsrelevanten Skills (Feedback, Performance Reviews).
  • Recruiting neu ausrichten: Berücksichtigen Sie bei Neueinstellungen nicht nur Hard Skills, sondern legen Sie einen starken Fokus auf die im Soll-Zustand definierten Soft Skills und die Lernbereitschaft (Growth Mindset) der Bewerber.

Kontinuierliche Überprüfung und Anpassung

Die 'Tätigkeits-Landkarte' ist kein statisches Dokument, sondern ein lebendiges Instrument, das regelmäßig überprüft und angepasst werden muss. Die Digitalisierung schreitet schnell voran, und damit ändern sich auch die Anforderungen an Ihre Belegschaft. Führen Sie in regelmäßigen Abständen (z.B. jährlich) eine Re-Analyse durch, um sicherzustellen, dass Ihre Personalentwicklungsstrategie weiterhin auf die strategischen Ziele einzahlt. Die kontinuierliche Messung der Fortschritte schließt den Kreis des Skill-Gap-Modells und sichert die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.

FAQ

Was ist die 'Tätigkeits-Landkarte' in Bezug auf das Skill-Gap-Modell?

Die 'Tätigkeits-Landkarte' ist eine Methode zur strategischen Personalentwicklung, bei der die aktuellen (Ist) und die zukünftig benötigten (Soll) Tätigkeiten in einem Unternehmen abgeglichen werden. Die Differenz ist das Skill-Gap, das durch gezielte Trainings geschlossen werden muss. Sie dient als visuelles Instrument, um den Entwicklungsbedarf transparent zu machen.

Welche Hauptphasen beinhaltet die Methode?

Die Methode beinhaltet vier Hauptphasen:

  1. Analyse des Ist-Zustands: Erfassung der aktuellen Aufgaben und Skills.
  2. Definition des Soll-Zustands: Ableitung der zukünftig kritischen Tätigkeiten und Future Skills aus der Unternehmensstrategie.
  3. Identifikation des Gaps: Der systematische Vergleich von Ist und Soll.
  4. Maßnahmenableitung: Planung und Durchführung gezielter Trainings, insbesondere für Soft Skills.

Warum liegt der Fokus auf Soft Skills?

In der digitalen Transformation sind Soft Skills wie agiles Denken, kritische Problemlösung und Anpassungsfähigkeit die entscheidenden Erfolgsfaktoren. Sie ermöglichen es den Mitarbeitern, neue Technologien effektiv zu nutzen, mit Unsicherheit umzugehen und erfolgreich in komplexen, vernetzten Strukturen zusammenzuarbeiten.

Wie können Soft Skills effektiv trainiert werden?

Soft Skills erfordern praxisnahe Trainingsansätze. Effektive Methoden sind:

  • Mentoring und Coaching für individuelle Verhaltensentwicklung.
  • Blended Learning (Kombination aus digitalen und Live-Trainings).
  • Praxisorientierte Projekte, die die Anwendung der Skills im Arbeitsalltag fordern.

Welche Rolle spielt HR bei der 'Tätigkeits-Landkarte'?

HR übernimmt eine strategische Rolle als Architekt und Motor des Lernprozesses. HR ist verantwortlich für: die Durchführung der Skill-Gap-Analyse, die Gestaltung der Lernprogramme, die Förderung einer kontinuierlichen Lernkultur und die strategische Neuausrichtung des Recruitings auf die Future Skills.

Wie oft sollte die 'Tätigkeits-Landkarte' überprüft werden?

Angesichts des schnellen Wandels in der digitalen Welt sollte die Analyse der 'Tätigkeits-Landkarte' und des Skill-Gaps idealerweise in regelmäßigen Abständen (z. B. jährlich) durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Personalentwicklungsstrategie stets aktuell ist und die strategischen Unternehmensziele unterstützt.

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